Niagara Falls / Pittsford / Weedsport

Gestern ging ich mit Tom zum Morgenessen und anschliessend fuhren wir zusammen zur Grenze. Da er Amerikaner ist, kam er relativ leicht über die Grenze. Ich musste zuerst in einen separaten Raum, damit ich meine Fingerabdrücke geben konnte und natürlich wieder mal 6 Doller zahlen, damit ich ins Land gelassen werde. Als er mich fragte, was ich von Beruf sei, ging die ganze Sache aber plötzlich sehr schnell und ich war in den USA. Meine Taschen musste ich nicht mal öffnen, ich hatte ja eigentlich einen Bärenspray dabei.

Er zeigte mir den Weg zum Erie Canal Trail, einem super Weg neben einem Kanal, der im Jahr 1825 fertig gestellt wurde. Die Strecke verläuft sehr gerade und ab und zu kommt eine Schleuse wie in Frankreich. Der Kanal wurde erbaut, damit man Waren besser ins Land bringen konnte und anschliessend auf den grossen Seen verteilen konnte. Er blieb in Lockport und ich setzte meinen Weg fort Richtung Osten. Nach ca. 135 Kilometer in der Stadt Rochester verlor ich den Trail und fuhr ein wenig im Getto rum, bevor ich zurück zum Kanal fand. Und leider hatte ich auch noch einen Kettenbruch, der aber gut behoben werden konnte. Leider ging aber zu dieser Zeit die Sonne runter und am Kanal selber gibt es nicht viele Übernachtungsmöglichkeiten. Aber bei meinem Glück fuhr plötzlich ein Rennradfahrer neben mich und fragte mich, ob ich aus der Schweiz komme. Wir kamen ein wenig ins Gespräch und als ich ihm sagte, ich hätte eigentlich für heute genug gefahren und suche einen Platz zum übernachten, lud er mich spontan zu sich nach Hause ein. Tja, ich konnte es selber kaum fassen und als ich das Haus und das Zimmer sah, konnte ich nur noch danke sagen. Wir gingen anschliessend zusammen in einem Italienischen Restaurant essen und sprachen noch bis kurz vor Mitternacht miteinander.

Als ich am Morgen aufstand, hatte er mir schon Detailkarten von meinem Weg ausgedruckt, da ich ihm am Abend sagte, dass die Orientierung nun schwerer sei als auf dem Highway. Nach dem Morgenessen verabschiedete ich mich von ihm und setzte meinen Weg nach Osten fort. Leider war das Wetter und der Wind nicht so gut, doch mein Glück war, dass der Regen nie über mir war, sondern immer vor oder hinter mir. Nur der Wind kam von vorne, was mich wieder mal mehr Kraft kostete als sonst. In Lyons musste ich den Kanal verlassen und folgte der Strasse Nummer 31. Nachdem ich etwas in Clyde gegessen hatte, verlor ich wiederum kurz die Orientierung, doch mit meinem Kompass fuhr ich einfach Richtung Osten, konnte ja nicht falsch sein. Ich fragte mehrmals Leute am Strassenrand nach dem Weg und erfuhr auch gleich noch etwas über das Leben hier. Hier leben nämlich sehr viele Mennoniten, auch welche die aus der Schweiz stammten. Einer erklärte mir, dass er mit seiner Familie Deutsch Sprache, aber halt in seinem Dialekt. Da er einen Satz in diesem Dialekt sprach, kann ich sagen, dass man es versteht, aber er einen sehr starken Akzent hatte.


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